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Mein kleiner Stadtbalkon im Juli - besser spät als nie

24. August 2017

Ich bin gerade extrem Blogfaul - ich gebe es zu! Und ich weiß noch nicht einmal, woran das liegt. Es ist nicht so, als hätte ich keine Inhalte. Oder keine Fotos. Nein, nein, alles ausreichend vorhanden. Nur die Lust fehlt gerade, alles zusammen zu fügen und zu veröffentlichen. Dann ist es plötzlich spannender, einfach nur gemütlich auf dem kleinen Stadtbalkon zu liegen und zu lesen. Die Seele baumeln zu lassen. Durch die Nachbarstadt zu streifen und mir hübsche Dinge anzuschauen. Gemütlich an der Ruhr langzustreifen. Mit der lieben Freundin und ihrer Familie stundenlang im Seitenblick zu sitzen und genüsslich zu futtern. Alles wunderbare Dinge, die ich in den letzten Tagen gemacht habe. Und noch vieles mehr. Dabei hatte ich mir so fest vorgenommen, in dieser Woche einige Posts zu produzieren und sie dann nach und nach einzustellen. Nunja.... ist ja erst Donnerstag :-)

Aber zurück zum Thema. Ich hinke hinterher. Erwähnte ich ja schon. Trotzdem wollte ich euch die Fotos vom kleinen Stadtbalkon nicht vorenthalten. Dort hat sich viel getan. Und jetzt, einen Monat später, sieht schon wieder alles anders aus. Alles ist unglaublich gewachsen und ich fühle mich wie auf einen kleinen grünen Inseln mitten in der großen Stadt. Wenn es Abends still wird, ich dort mit einem Glas Wein sitze und die Kerzen brennen, dann bin ich glücklich. Und vergesse gerne auch schon mal die Zeit.... aber so soll es ja auch sein, oder?
Wenn ihr die Fotos von hier und hier vergleicht, dann könnt ihr schauen, wie sehr doch alles gewuchert ist. Mittlerweile hat die fette Henne auch Hilfe bekommen und lehnt sich nun gemütlich an hübsche Spaliere an. Dazu aber im August Post mehr - der kommt vermutlich dann im September, gg....

Aber jetzt, Bühne frei für den Hauptdarsteller!



Empfehlung: Wenn ihr wie ich möglichst schnell eine grüne Blätterwand haben möchtet, dann nehmt Weihrauch. Die Rankpflanze ist extrem Pflegeleicht, benötigt nur normale Blumenerde ohne Dünger (sie ist eh sehr wuchsfreudig). Ihr könnt sie einfach wuchern lassen aber auch mal etwas beschneiden - dann wird sie buschiger. Sie verträgt Sonne aber auch problemlos Halbschatten. Eine sehr pflegeleichte Balkonpflanze.



Seht ihr diese kleinen Rattanwindlichter? Ich habe sie für ganz kleines Geld in einem Dekoshop bekommen. Ich mag ja nicht gerne Lichterketten oder ähnliches, das ist mir alles zu künstlich (selbstverständlich Geschmackssache). Die Windlichter sind recht robust und zaubern ein gemütliches Licht Abends. 







POTTGESCHICHTEN | Sommererinnerungen

11. August 2017


Sommer 1987

Gerade mit der Schule fertig, nichts konnte uns aufhalten. Der Sommer durchwachsen wie immer in Bochum – aber wen interessierte das, wenn die Schule endlich aus war und das Leben vor uns lag?
Den Abschluss wollten wir ganz groß feiern! Mit mehreren Freunden unten an der Ruhr. Für mich etwas unbekanntes Gebiet, war ich doch eher bei Oma und Opa in Gerthe aufgewachsen und hatte meine Kindertage daher im Gysenberg und im Hiltroper Park verbracht. Trotz meines „Hauptwohnsitzes“ in der Innenstadt hatte ich bis dahin nie viel Zeit an der Ruhr verbracht…
Der Tag, den wir uns ausgesucht hatten, verwöhnte uns mit ungewohnt sommerlichen Temperaturen. Nachmittags ging es los. Mit der Bahn nach Linden. Von dort aus trabten wir bepackt mit diversen Getränken  Richtung Ruhr runter.  In der Nähe des Bahnhofes Dahlhausen ging es über eine kleine Brücke und dann rechts einen Weg entlang zur Ruhr. Immer weiter liefen wir durch die Sommerhitze. 
Die Sonne brannte vom wolkenlosen Himmel und um uns herum summten die Bienen. 






Heute wäre das Ufer sicher bevölkert von Familien mit Kindern oder grillwütigen Clans. An diesem Tag war aber außer uns kaum jemand zu sehen, was das Urlaubsfeeling für mich eindeutig verstärkte. 
Wir ließen uns am Rande eines abgemähten Feldes nieder und die ersten sprangen in die Fluten. Mir machte das etwas Angst, denn in der Beziehung habe ich den Mut nicht gerade gepachtet. Daher lag ich lieber gemütlich auf der Decke und unterhielt mich. Die Flasche Bier in der Hand durfte selbstverständlich nicht fehlen – auch wenn ich Bier bis heute eigentlich gar nicht mag. Aber das war wichtig. Gehörte dazu!
Später am Nachmittag zerstreute sich die Gruppe ein wenig. Einige spielten Federball oder hieß es da schon Badminton? Ich lief mit einer Freundin ein wenig am Feld entlang und wir beobachteten einige putzige Feldmäuse beim buddeln im Stroh. Über uns flogen majestätisch einige Schwäne die Ruhr hinunter. Und die Sonne brannte noch immer.

Der Tag plätscherte vor sich hin und plötzlich wurde es Abend. An Essen kann ich mich nicht mehr erinnern. Vermutlich waren uns die Getränke genug. Ganz langsam packten wir zusammen und machten uns auf den Heimweg. Stockdunkel war es aber angenehm warm. Das war das erste Mal in meinem Leben, dass ich Glühwürmchen sah. Und das letzte Mal, wenn ich so darüber nachdenke.

Dieser letzte Sommer mit den Freunden aus Kinder und Jugendzeiten ist mir lange im Gedächtnis geblieben und noch heute gehe ich, wenn die Zeit es zulässt, gerne dort spazieren. Die Gegend hat sich nicht sehr  verändert und erinnert mich an unbeschwerte Zeiten.  An den Duft von frisch gemähtem Gras, an völlig sinnlose aber doch wichtige Gespräche und einfach an: SOMMER